Wenn am Wegrand die rosa Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) erscheinen und die ersten
Raublattastern blühen, ist es bald Herbst. Die gelbe Goldsturmrudbeckie (Rudbeckia
fulgida var. sulivantii 'Goldsturm') begleitet uns vom August in den
September. Die ersten Stauden werden schon braun, doch dieses oberirdische
Sterben der Stauden gehört zum naturnahen Garten. Hier wir bis Ende Februar
nichts abgeschnitten.
Die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) rechts im Bild wurde erst im
Frühjahr ausgesät und hat über mehrere Monate geblüht. Ihre kleinen weißen
Blüten bringen eine Leichtigkeit und Transparenz in die Pflanzung, wie wir
sie für unseren Wildstaudengarten anstreben.
Im September sind dann auch alle Gräser in Blüte und damit werden die
blühenden "bunten Blumen" aufs Schönste vervollkommnet.
Um es noch mal deutlich zu sagen:
Für mich bedeutet Naturgarten nicht, nur einheimische Stauden und
Gehölze zu verwenden, wie es mancher empfiehlt. Es wäre ein langweiliger
Garten, der nicht die zahlreichen Pflanzenschätze
enthalten würde, die Pflanzensammler vergangener Zeiten in den
gemäßigten Zonen Amerikas und Asiens sowie in Südafrika und Neuseeland für
uns gesammelt haben. Besonders die zahlreichen Stauden der
nordamerikanischen Prärie sind unschätzbar für den Wildstaudengarten. Wenn Sie sich für die
Naturstandorte unserer Gartenstauden interessieren, schauen Sie mal rein bei:
Stauden in der Natur.
Im September wird das viele Gelb der Sonnenblumen, Goldruten, Sonnenbraut u.
a. im Prärie-Garten vom Rot und Blau der zahlreichen Aster-Arten
verdrängt.
Die "Drei großen Amerikaner" aus der Hochgras-Prärie, die Herbstaster (Aster novae-angliae),
die gelbe Goldrute (Solidago) und der Wasserdost (Eupatorium) füllen fast einen halben Herbstgarten. Sie wachsen sehr kräftig
in die Breite und Höhe und vertreiben so das Unkraut. Ideal für einen großen
Garten und einen "faulen" Gärtner.
Mit dem Dost verwandeln Sie Ihren Garten in ein Schmetterlingsparadies. Über
Nacht und am Morgen, sowie bei schlechtem Wetter, sind die Blüten der Aster
geschlossen, wie hier im Bild. Vielleicht das Geheimnis ihrer langen
Blütezeit?
Dieses Bild wurde im Oktober 2008 in der
Zeitschrift "Mein schöner Garten" auf Seite 12 veröffentlicht.
Im Schatten-Garten an der Nordseite des Hauses gibt es jetzt im Herbst lange Schatten, die den
dort angesiedelten großblättrigen Pflanzen, Schaublatt und Goldkolben sehr
entgegenkommen.
Im Schatten großer Bäume blühen im Herbst noch zahlreiche Stauden, wie
Silberkerze, Wachsglocke, Runzliger Wasserdost u. a. Wildstauden.
Leuchtendes Rot bringen die Fruchtstände des Italienischen Aronstabes (Arum
italicum). Durch Samen verbreitet er sich immer tiefer unters Gebüsch. Ein
Zeichen, dass man ihn auch im tiefsten Schatten und stärkstem Wurzeldruck
verwenden kann.
Gegen Ende September färbt sich der Garten leicht grau-gelb von den ersten
sich verabschiedenden Stauden. Während einige Sorten des Chinaschilfs schon
braun sind, hält sich 'Gracillimus' und auch das Goldbandleisten-Gras noch
lange grün.