Frühlingsbilder von Japan zu zeigen, ohne die Kirschblüte zu erwähnen, wäre
unvollkommen. Ich glaube nirgendwo sonst auf der Welt wird die Kirschblüte
so intensiv gefeiert. Familien und Arbeitskollektive ziehen in die Parks und
sitzen auf blauen Kunststoffplanen unter den Kirschbäumen. Dem mitgebrachtem
Essen und Trinkbarem wird kräftig zugesprochen. Die Japaner glauben an so
viele Dinge. Wir würden es als "Aberglauben" belächeln. So bedeutet die
Anzahl von Blütenblätter, die auf jemandem herab fallen, das Geld, dass er
im Jahr bekommen wird.
Kirschblütenfest
In Japan gibt es viele verschiedene Arten und vor allem Züchtungsformen von
Kirschen, Pflaumen und Mandeln.
Hier eine Ausstellung von blühenden Bonsai. Es regnet nicht. Die
Japanerinnen schützen sich vor der Frühlingssonne, die ihnen die vornehme
Blässe rauben könnte und sie dann mit einer Bäuerin gleichstellen würde.
Doch nun zu den Stauden.
Im Spätwinter wird das Chinaschilf (Miscanthus species), das die Wiesen im Hochland bedeckt, von den Bauern abgebrannt, um
für die Rinder einen schmackhaften Neutrieb bereit zu stellen. Bevor das Chinaschilf austreibt,
erobern die Veilchen und andere kleine Gebirgspflanzen die Weiden. Ich hätte
nie gedacht, das es hier so viele Veilchenarten gibt.
Viola orientalis auf abgebrannter Weide
Viola orientalis

Viola verecunda und V. mandshurica
Viola mandshurica
Viola grypoceras
Das Mandschurische Veilchen (Viola mandshurica) kommt, wie der Name
schon sagt aus China, während
Viola grypoceras ein echter Japaner ist. Trotzdem wird das Mandschurische
Veilchen in Japan als japanisches Veilchen verehrt. Dem Sachverhalt, dass
Vieles in Japan aus China kommt, aber trotzdem als urjapanisch bezeichnet
wird, bin ich sehr oft in Japan begegnet.
Viola phalacrocarpa
Viola sieboldii
Viola keiskei var. okuboi
Eine der größten Überraschungen auf meinen ersten Erkundungsgängen rund um die Forschungsstation im Kuju Hochland waren die Kobralilien
(Arisaema serratum). Plötzlich stehen sie vor einem, ohne Blätter und ohne die üblichen Blütenfarben und -formen, tatsächlich wie eine Kobra.
Manchmal fast brusthoch.

Arisaema serratum, die Kobralilie ist relativ häufig im Kuju
Hochland zu finden. Ihre Blütenfarbe ist sehr unterschiedlich von
dunkelbraun bis hellgrün. Es soll sich immer um die gleiche Art handeln.
Gentiana thunbergii
Pulsatilla cernua
Primula sieboldii

Omphalodes japonica
Petasites japonicus

Iris rossi

Iris japonica
Corydalis decumbens
Corydalis incisa
Corydalis pallida var. tenuis
Die folgenden Bilder sind im Mai aufgenommen.

Senecio pierotii
Smilax riparia var. ussuriensis
Cephalanthera erecta
Cephalanthera falcata
Polygonatum odoratum var. multiflorum

Disporum sessile
Ixeris dentata
Ixeris stolonifera
Smilacina japonica
Ranunculus japonicus
Polygala japonica
Eine Vielzahl der hier vorgestellten Pflanzen hat, wie z. B. die
letzten drei, den Artnamen japonica, d. h. es gibt z. B. auch in Kanada
Smilacina und bei uns Ranunculus, aber im fernen
Japan wurden sie als selbständige Arten beschrieben.