Es erstaunt mich immer wieder, wie viele kleine Waldstauden die kurze Zeit
bis zur Entfaltung des Blätterdachs der Bäume für ihre Entwicklung und Blüte
nutzen. Allen voran die Zwiebelgewächse, die ja am besten vorbereitet sind. Auf dem Acker liegt noch der Schnee,
während am sonnigen Waldrand oft schon im Februar die Schneeglöckchen
(Galanthus nivalis) erblühen. Obwohl der Fundort,
hier im Griebnitzer Busch bei Dummerstorf viele tausend Exemplare zählt und das nächste
Dorf 500 m entfernt ist, kann ich nicht sagen, ob es Gartenflüchtlinge sind
oder ein Wildstandort. Im Gutspark von Gross Potrems gibt es ebenfalls einen
sehr großen Bestand (3. Bild).
Galanthus nivalis
Galanthus nivalis im Griebnitzer Busch
Galanthus nivalis im Gutspark von Groß Potrems
Gagea lute), der Gelbstern ist ebenfalls eine Zwiebelpflanze,
die hier im Straßengraben nahe Gross Potrems wächst. Ob er aus dem Schlosspark verwildert ist ?
Tussilago farfera, der Huflattich ist wohl eine der ersten Stauden im Jahr, ohne Zwiebel. Er zeigt zunächst nur seine Blüten, die Blätter kommen später. Eine
Verhaltensweise, die mehrere sehr zeitig blühende Stauden mit ihm teilen,
wie z. B. die folgend gezeigte Pestwurz. Der Huflattich
besiedelt hier in Massen eine Erdaufschüttung an der neuen Ostseeautobahn.
Ähnliche Bilder sah ich im Erzgebirge auf Abraumhalden des Bergbaus gleich nach
der Schneeschmelze. Herrlich gelbe Blüten! Warum holt man sie nicht in den
Garten?
Tussilago farfera
Petasites hybridus, die Rote Pestwurz umsäumt fast den ganzen Teich bei Kronskamp.
Petasites hybridus
Erodium cicutarium, der Gewöhnliche Reiherschnabel, färbt die Wiesen der trockenen Sandhügel
zwischen Groß Potrems und Dolgener See mit rosa Flecken noch bevor das Gelb des Löwenzahns
die Wiesen beherrscht.
Erodium cicutarium
In den Wäldern wachsen jetzt, bevor die Blätter der Bäume Schatten machen,
eine Vielzahl von zarten Blümchen, wie z. B. das
Buschwindröschen (Anemone nemorosa) hier im Wäldchen zwischen Dummerstorf und Gross Potrems. Sie
sind vergesellschaftet mit Goldwindröschen, Sauerklee und Lungenkraut und überall in den
Laubwäldern und Parks zu finden. Neben den weißen Buschwindröschen findet man
auch bläuliche und rötliche Formen.

Anemone nemorosa
Anemone nemorosa

Anemone ranunculoides, das Goldwindröschen findet
sich vergesellschaftet mit weißen Buschwindröschen im Schlosspark in Gross Potrems und in großen Beständen auch im
nahegelegenen Wald.

Anemone ranunculoides
Oxalis acetosella, der Waldsauerklee dessen Blätter man auch mal kosten kann, um diese Pflanze
dann nicht mehr zu vergessen.
Pulmonaria officinalis, das Lungenkraut schmückt den
Waldboden mit erst roten und dann ins blaue übergehenden Blüten. Das Laub
ist nur wenig weislich gefleckt im Unterschied zu P. saccharata und dessen
Gartensorten. Eine schöne Pflanze für den Frühling im Wildstaudengarten.
Ranunculus ficaria, das Scharbockskraut wächst hier im Wald nahe Wendorf. Besonders zahlreich und kräftig
wächst es auf nährstoffreichem Boden. Ich habe es auch in meinem Garten
angesiedelt.
Alliaria petiolata, die
Knoblauchsrauke am Wegesrand in Wendorf. Sie ist eine nur kurzlebige Pflanze,
ein Jahr später war der ganze Bestand verschwunden. Ich habe sie auch im
Garten angesiedelt. Im Mittelalter wurde sie als Gewürz verwendet und hat
ähnlich Bärlauch eine Renaissance erfahren.
Viola spec., das Veilchen ist eine allbekannte Frühlingsblume des
Laubwaldes und unserer Gärten.
Lathraea squamaria,
der Schuppenwurz ist ein Schmarotzer auf den Wurzeln von Laubbäumen im Wäldchen zwischen Dummerstorf und Gross
Potrems.

Caltha palustris, die Sumpfdotterblume ist eine meiner liebsten Wildstauden und deshalb
auch mein Logo im Web und mein Avatar in verschiedenen Gartenforen. Sie ist eine
der ersten Stauden im Jahr, die nicht auf den Schutz des Waldes angewiesen ist. Ihr kräftiges
Gelb schmückt Wiesen und Weiher. Sie wächst überall, wo es feucht ist, wie
hier in einem Soll beim Kossower Krug.

Sölle sind Vertiefungen in der Grundmoränen-Landschaft Mecklenburgs, die durch nach der Eiszeit
geschmolzene Eisblöcke entstanden sind. Meist sind die Sölle mit Wasser gefüllt. Da hier viele Agrochemikalien und
Düngemittel eingeschwemmt werden, finden wir hier nur Pflanzen, die das
vertragen. Die Sumpfdotterblume ist im April auch der erste Schmuck meines
Gartenteiches, eine sehr gartenwürdige, einheimische Wildstaude.
Cardamine pratensis, das Wiesenschaumkraut im Mai auf einer Wiese am Schlager Krug. Die Wiese wurde erst Mitte
Juni gemäht.
Ajuga reptans, der Kriechende Günsel auf der selben Wiese im Mai.